Oct 15 / Das FLIP!N-Team

Wie schwer ist die IPMA-Level-D-Prüfung? Durchfallquote, Prüfungsfragen und Vorbereitung

Frau lernt abends am Küchentisch mit Laptop und Notizen für die IPMA-Level-D-Prüfung

Kaum jemand meldet sich für die IPMA-Level-D-Prüfung an, ohne sich vorher zu fragen, wie schwer sie eigentlich ist. Im Netz findest Du dazu viele Meinungen und erstaunlich wenige belastbare Zahlen.

In diesem Beitrag ordnen wir die Prüfung nüchtern ein: was der VZPM tatsächlich verlangt, wo Studierende erfahrungsgemäss Punkte liegen lassen, wie Prüfungsfragen aussehen und wie Du Dich so vorbereitest, dass Du am Prüfungstag weisst, was Dich erwartet.

Die kurze Antwort

Die IPMA-Level-D-Prüfung ist gut machbar, sofern Du sie als Grundlagenprüfung ernst nimmst. Sie verlangt kein Spezialwissen und keine Projekterfahrung. Sie verlangt dafür, dass Du alle 28 Kompetenzen des Schweizer Kompetenzstandards swiss.ICB4 kennst und in drei Stunden 90 Fragen sauber beantwortest. Wer gezielt übt, besteht in aller Regel. Knapp wird es vor allem für jene, die sich auf ihre Praxiserfahrung verlassen oder die offenen Fragen unterschätzen.

Wie hoch ist die Durchfallquote?

Hier lohnt sich ein genauer Blick, weil im Netz unterschiedliche Zahlen kursieren. Der VZPM als offizielle Schweizer Zertifizierungsstelle veröffentlicht für Level D keine Bestehens- oder Durchfallquote. Was Du online findest, stammt aus zwei Quellen:

  • Angaben von Vorbereitungsanbietern. Mehrere Anbieter nennen für ihre eigenen Teilnehmenden Bestehensquoten von über 95 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich jeweils nur auf Personen, die den eigenen Vorbereitungslehrgang durchlaufen haben. Von aussen lassen sie sich nicht überprüfen.
  • Pauschale Schätzungen. Vereinzelt liest man von einer allgemeinen Bestehensquote zwischen 70 und 80 Prozent. Eine Quelle dafür haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden.

Für Deine Einschätzung heisst das: Eine verlässliche Durchfallquote gibt es nicht. Aussagekräftiger als jede Quote ist die Frage, ob Du die Anforderungen der Prüfung kennst und gezielt darauf hinarbeitest. Genau darum geht es in den nächsten Abschnitten.

Wo Du heute stehst, zeigt Dir der kostenlose IPMA Level D Navigator mit einem Selbsttest in 10 Minuten.

Was die Prüfung von Dir verlangt

Die Eckdaten stehen im Leitfaden des VZPM und sind für alle Kandidatinnen und Kandidaten gleich:

  • Format: schriftlich, online und als Open-Book-Prüfung, unter Aufsicht einer Vertrauensperson des VZPM.
  • Dauer und Umfang: drei Stunden mit 60 Multiple-Choice-Fragen und 30 offenen Fragen.

  • Inhalt: Die Fragen können sich auf alle 28 Kompetenzen der swiss.ICB4 beziehen.

  • Bestehen: mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktzahl und in mindestens 23 der 28 Kompetenzen mindestens eine richtig beantwortete Frage.

  • Offene Fragen: Eine offene Frage gilt als richtig beantwortet, sobald Du mindestens die Hälfte ihrer Punkte erreichst.

Die Selbstbeurteilung, die Du mit dem Zertifizierungsantrag einreichst, fliesst übrigens nicht in die Bewertung ein. Massgebend ist allein, was Du in der Prüfung zeigst.

Wie die Prüfung von der Anmeldung bis zum Zertifikat abläuft, zeigt Dir der Beitrag IPMA Level D Prüfung: der Ablauf beim VZPM.

Fünf Stellen, an denen es eng wird

Aus den Prüfungsregeln und aus der Arbeit mit unseren Studierenden ergeben sich fünf typische Stolpersteine. Keiner davon ist schwer zu umgehen, sobald Du ihn kennst.

1. Die 23-von-28-Regel

Die zweite Bestehensbedingung übersehen viele. Du kannst über 60 Prozent der Punkte erreichen und trotzdem durchfallen, wenn Du in mehr als fünf Kompetenzen keine einzige Frage richtig hast. Der VZPM prüft damit bewusst die Breite Deines Wissens.

Lieblingsthemen zu vertiefen und unbequeme Bereiche wegzulassen, ist deshalb die riskanteste Lernstrategie überhaupt. Sinnvoller ist es, jede Kompetenz mindestens auf ein solides Grundniveau zu bringen.

2. Die offenen Fragen

Ein Drittel der Fragen ist offen formuliert. Hier wählst Du keine Antwort aus, Du erklärst, begründest und wendest an. Viele Studierende kennen die Inhalte, verlieren aber Punkte, weil ihre Antwort zu knapp ausfällt oder die Frage nur teilweise beantwortet.

Wer zwei Massnahmen nennen soll und nur eine liefert, verschenkt die Hälfte der Punkte. Das Formulieren unter Zeitdruck ist eine eigene Fähigkeit, die Du gezielt trainieren kannst.

3. Die Zeit

Drei Stunden für 90 Fragen ergeben im Schnitt zwei Minuten pro Frage. Das klingt grosszügig, bis Du bei einer offenen Frage fünf Minuten in Deinen Unterlagen suchst. Bewährt hat sich eine grobe Einteilung: rund eine Stunde für die Multiple-Choice-Fragen, gut 100 Minuten für die offenen Fragen und etwa 20 Minuten Reserve für schwierige Fälle und einen letzten Kontrolldurchgang. Diese Aufteilung ist eine Faustregel, die Du in Musterprüfungen an Dein eigenes Tempo anpassen solltest.

4. Die Open-Book-Falle

Open Book klingt nach Entwarnung. Erlaubt sind laut VZPM gedruckte Unterlagen wie Bücher und Notizen, lokal auf Deinem Computer gespeicherte Dateien und E-Reader, andere Geräte hingegen nicht. Die Falle liegt darin, dass Nachschlagen Zeit kostet.

Wer erst in der Prüfung anfängt zu suchen, gerät schnell in Rückstand. Unterlagen helfen Dir dann am meisten, wenn Du die Inhalte bereits verstanden hast und nur noch einen Begriff, ein Modell oder eine Definition gezielt nachschlägst.

5. Die Kompetenzen rund um den Menschen

Die swiss.ICB4 gliedert die 28 Kompetenzen in drei Bereiche: Kontext, Mensch und Praxis. Bei Themen wie persönliche Kommunikation, Führung, Teamarbeit, Konflikte und Krisen oder Verhandlungen denken viele, gesunder Menschenverstand genüge.

In der Prüfung sind dort aber Modelle, Begriffe und klare Vorgehensweisen gefragt. Wer diese Kompetenzen nur aus dem Bauch beantwortet, verliert hier unnötig Punkte. Bei der 23-von-28-Regel zählt zudem jede einzelne Kompetenz.

Genau diese Modelle und Begriffe trainierst Du in der FLIP!N Lernreise IPMA Level D Kompetenz für Kompetenz.

Was die Prüfung leichter macht, als viele denken

Neben den Stolpersteinen gibt es einige Punkte, die den Druck spürbar senken:

  • Keine Zulassungsbedingungen. Für Level D brauchst Du weder Projekterfahrung noch Leitungsverantwortung.
  • 60 Prozent genügen. Du musst nicht alles wissen. Eine solide Abdeckung aller Kompetenzen reicht.

  • Zweite Bewertung bei knappem Ergebnis. Fehlen Dir höchstens 5 Prozent der zum Bestehen nötigen Punkte, beurteilt eine zweite Assessorin oder ein zweiter Assessor Deine Prüfung zusätzlich.

  • Ein zweiter Versuch. Du darfst die Prüfung einmal wiederholen. Der ganze Zertifizierungsprozess muss innerhalb von 18 Monaten abgeschlossen sein, gerechnet ab der ersten Einladung zur Prüfung.

  • Open Book. Richtig vorbereitet, sind Deine Unterlagen ein echter Rückhalt für Details, die Du nicht auswendig wissen musst.

So sehen Prüfungsfragen aus

Die folgenden drei Beispiele stammen aus unserer eigenen, fachlich geprüften Fragensammlung und lehnen sich an frühere VZPM-Prüfungen an. Sie zeigen Dir den Stil und das Niveau, mit dem Du rechnen kannst.

Beispiel 1: Multiple Choice (Kompetenz Anforderungen und Ziele)

Was beschreibt eine funktionale Anforderung am besten?

  • a) Das System muss in der Lage sein, Kundenaufträge zu speichern.
  • b) Das System muss innerhalb von 2 Sekunden reagieren.

  • c) Das Design der Benutzeroberfläche soll modern sein.

  • d) Das Projektteam muss in der Schweiz arbeiten.

Lösung: a. Eine funktionale Anforderung beschreibt, was ein System oder Ergebnis leisten soll. Antwort b legt mit der Antwortzeit eine Qualität fest und ist damit wie c eine nicht-funktionale Anforderung. Antwort d beschreibt eine Rahmenbedingung des Projekts statt einer Anforderung an das Ergebnis.

Beispiel 2: offene Frage (Kompetenz Chancen und Risiken)

Erkläre den Unterschied zwischen einem Risiko und einer Chance im Projektmanagement. Nenne je eine Massnahme zum Umgang damit.

Mögliche Antwort: Ein Risiko ist ein unsicheres Ereignis, das sich negativ auf die Projektziele auswirken kann, zum Beispiel eine Lieferverzögerung. Massnahme: das Risiko vermeiden oder mindern, etwa mit einem zeitlichen Puffer.

Eine Chance ist ein unsicheres Ereignis mit positivem Einfluss auf die Projektziele, zum Beispiel eine frühere Lieferung. Massnahme: die Chance aktiv nutzen, etwa indem freie Kapazität gezielt umverteilt wird. Für die volle Punktzahl gehören eine klare Definition von Risiko und Chance sowie je eine passende Massnahme in die Antwort.

Beispiel 3: offene Frage (Kompetenz Stakeholder)

Was versteht man unter einer Stakeholder-Analyse? Nenne zwei Kriterien zur Bewertung von Stakeholdern und beschreibe ihre Bedeutung.

Mögliche Antwort: Eine Stakeholder-Analyse identifiziert und bewertet alle Personen und Gruppen, die Einfluss auf das Projekt haben oder von ihm betroffen sind. Zwei zentrale Kriterien sind der Einfluss (wie stark jemand Entscheidungen und Projektverlauf prägen kann) sowie das Interesse (wie stark jemand vom Projekt betroffen ist). Aus dieser Einschätzung leitest Du ab, wie Du die einzelnen Stakeholder einbindest und mit ihnen kommunizierst.

Alle drei Beispiele zeigen dasselbe Muster: Du musst Begriffe sauber unterscheiden und erklären können, oft mit einem kurzen Beispiel aus der Praxis.

Weitere Fragen dieser Art löst Du, wenn Du die FLIP!N Lernreise kostenlos startest.

Wo Du Übungsfragen findest

Der VZPM stellt auf vzpm.ch Beispielfragen und eine Musterprüfung zum Herunterladen bereit. Diese Unterlagen solltest Du unbedingt durcharbeiten, weil sie das offizielle Format zeigen. Für ein gründliches Training reichen sie allerdings nicht aus, dafür sind es zu wenige Fragen.

Wirksam wird Üben erst, wenn Du viele Fragen löst, sofort Rückmeldung bekommst und gezielt dort nacharbeitest, wo es noch hakt. Die Lernforschung nennt das den Testing-Effekt: Wer Wissen aktiv abruft, behält deutlich mehr als jemand, der dieselben Inhalte nur wiederholt liest.

In der FLIP!N Lernreise IPMA Level D stehen Dir dafür über 1'000 prüfungsrelevante Übungsfragen und sechs Musterprüfungen zur Verfügung. Bei den offenen Fragen gibt Dir die KI-Mentorin SAM Rückmeldung auf Deine Freitextantworten, damit Du das Formulieren genauso übst wie das Wissen selbst.

So bereitest Du Dich sicher vor

Eine Vorbereitung, die zur Prüfung passt, folgt den Stolpersteinen von oben. Fünf Schritte haben sich bewährt:

  1. Verschaffe Dir einen Überblick über alle 28 Kompetenzen. Bevor Du in die Tiefe gehst, solltest Du wissen, welche Themen geprüft werden und wo Du heute stehst. So erkennst Du früh, welche Kompetenzen Dir fremd sind.

  2. Lerne jede Kompetenz bis zu einem soliden Grundniveau. Die 23-von-28-Regel belohnt Breite. Arbeite deshalb zuerst alle Bereiche durch und vertiefe erst danach.

  3. Übe offene Fragen schriftlich. Beantworte Fragen in ganzen Sätzen, vergleiche Deine Antwort mit einer Musterlösung und achte darauf, ob Du wirklich alle Teile der Frage abgedeckt hast.

  4. Schreibe Musterprüfungen unter echten Bedingungen. Drei Stunden am Stück, mit Deinen Unterlagen und ohne Unterbrechung. So findest Du Dein Tempo und merkst, wo Dich das Nachschlagen Zeit kostet.

  5. Bereite Deine Unterlagen für das Open Book vor. Eine gut gegliederte eigene Zusammenfassung mit Stichwortverzeichnis bringt Dir in der Prüfung mehr als ein Stapel ungeordneter Skripte. Teste ausserdem rechtzeitig die technischen Vorgaben aus dem Leitfaden für Online-Prüfungen des VZPM.

Wann Du bereit bist

Diese Frage beantworten Musterprüfungen besser als jedes Bauchgefühl. In der FLIP!N Lernreise ist die Schwelle klar definiert. Mastery Level 3 erreichst Du, wenn Du alle sechs Musterprüfungen zu mindestens 60 Prozent löst. Das entspricht dem Bestehenswert der echten Prüfung. Mastery Level 4 verlangt mindestens 80 Prozent in allen sechs Musterprüfungen und legt damit eine deutliche Sicherheitsmarge darauf.

Wer Mastery Level 4 erreicht, geht mit Rückendeckung in die Prüfung: Ab dieser Stufe greift die FLIP!N Erfolgsgarantie. Bestehst Du die VZPM-Prüfung trotzdem nicht, erhältst Du Dein Geld für die Lernreise zurück. Wie die Garantie im Detail funktioniert, liest Du im Beitrag Erfolgsgarantie für IPMA Level D.

Du bist noch unsicher, ob Level D der richtige Schritt für Dich ist? Der kostenlose Navigator gibt Dir in 10 Minuten Klarheit, inklusive Prüfungsablauf beim VZPM.

Fazit

Die IPMA-Level-D-Prüfung ist keine Hürde, an der Du an Deinem Talent scheiterst. Schwierig wird sie dort, wo die Vorbereitung an der Prüfung vorbeiläuft: zu wenig Breite über die 28 Kompetenzen, zu wenig Übung im Formulieren offener Antworten und zu wenig Gefühl für die Zeit. Genau diese drei Punkte kannst Du gezielt trainieren.

Wenn Du sehen möchtest, wie das in der Praxis aussieht, starte die kostenlose Demo der FLIP!N Lernreise und löse Deine ersten Übungsfragen.

Häufige Fragen zur Schwierigkeit der Prüfung

Wie schwer ist die IPMA Level D Prüfung?
Gut machbar, wenn Du sie als Breitenprüfung angehst. Projekterfahrung brauchst Du keine, dafür solide Grundkenntnisse in allen 28 Kompetenzen der swiss.ICB4. Die meisten Punkte gehen bei den 30 offenen Fragen, beim Zeitmanagement und in vernachlässigten Kompetenzen verloren.
Wie hoch ist die Durchfallquote bei IPMA Level D?
Der VZPM veröffentlicht keine offizielle Durchfall- oder Bestehensquote. Anbieter von Vorbereitungslehrgängen nennen für ihre eigenen Teilnehmenden Quoten von über 95 Prozent, diese Zahlen lassen sich von aussen aber nicht überprüfen.
Wo finde ich Prüfungsfragen für IPMA Level D?
Der VZPM stellt auf vzpm.ch Beispielfragen und eine Musterprüfung bereit. Für ein gründliches Training brauchst Du deutlich mehr Fragen, die FLIP!N Lernreise bietet über 1'000 Übungsfragen und sechs Musterprüfungen mit Feedback der KI-Mentorin SAM.
Welche Hilfsmittel sind in der Prüfung erlaubt?
Die Prüfung ist eine Open-Book-Prüfung. Erlaubt sind gedruckte Unterlagen wie Bücher und Notizen, lokal auf Deinem Computer gespeicherte Dateien und E-Reader. Andere Geräte sind nicht zugelassen, die Details regelt der Leitfaden für Online-Prüfungen des VZPM.
Was passiert, wenn mir nur wenige Punkte zum Bestehen fehlen?
Fehlen Dir höchstens 5 Prozent der zum Bestehen nötigen Punkte, bewertet eine zweite Assessorin oder ein zweiter Assessor Deine Prüfung zusätzlich. Reicht es danach nicht, kannst Du die Prüfung einmal wiederholen.
Wann erhalte ich das Ergebnis der Prüfung?
Laut VZPM dauern Bewertung und Bekanntgabe des Ergebnisses rund vier bis fünf Wochen nach dem Prüfungstag. Das deckt sich mit der Erfahrung unserer Studierenden. Aus unserer eigenen Erfahrung: Bisher hat jede Person, die in der Lernreise Mastery Level 4 erreicht hat, die VZPM-Prüfung bestanden.
Wie lange ist das IPMA-Level-D-Zertifikat gültig?
Das Zertifikat ist international anerkannt und fünf Jahre gültig. Danach erneuerst Du es über eine Rezertifizierung, für die Du ausreichend Weiterbildung im Projektmanagement nachweist.

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